Hervorgehoben

Reisen in guter Gesellschaft – mit einem guten Reisebuch

 

 

 

 

Zu zweit sieht man besser

 

Zwei Reisebuch-Autoren im Doppelpack, so erscheinen wir stets als eingeschworenes Team: Nana Claudia Nenzel und Gottfried Aigner. Denn zu zweit sieht man tatsächlich besser, mehr, genauer. Ob eine versteckte Sehenswürdigkeit oder einen besonderen Blickwinkel für ein aussagekräftiges Bild.

Weitere Infos auf unserer Homepage http://www.toskana-autoren.de, weil die Toscana für uns eines der wichtigsten Reiseziele ist. Und speziell mit meinem Hauptverlag DuMont für Online-Aktualisierungen der Reisetaschenbücher

Gardasee: http://publisher.mairdumont.com/render/index/guideStaticId/5307277b0b27dbf50b000002/type/pdf

und

Toscana:  http://publisher.mairdumont.com/render/index/guideStaticId/536a27a70b27db7423000001/type/pdf.

Eher Persönliches findet man im Interview mit dem Verlag unter https://www.dumontreise.de/magazin/autoren/nana-claudia-nenzel.html

Ganz aktuell: Wir arbeiten gemeinsam an einem neuen Band „Glücksmomente Toscana“ für den Münchner Verlag Bruckmann, der leider coronabedingt auf 2021 verschoben wurde.

 

Impressionen von einer Reise in die Nordost-Toscana, Altovaltiberina. Am Anfang: Pilgern auf den Spuren San Francescos. Zwischendurch Schlemmereien, Naturpark erleben und die berühmten Chianina-Rinder. Am Ende: Freundin Veronica auf ihrem Castello di Sorci treffen.

Sardinien, ein eigener Kontinent

Kurz bevor coronamäßig gar nichts mehr ging, sind wir noch nach Sardinien gereist. Eine allzu verlockende Einladung in ein Bergdorf, nach Mamoiada, war der Grund, im sonst so unwirtlichen Januar aus unserem gemütlichen Nest über dem Gardasee auf die große Insel überzuwechseln. Man wollte uns eine interessante Aktion der Dorfbewohner vorstellen, die sie alle ganz nah zusammenrücken ließ. Und dabei zum Auftakt des Karnevals am aufregenden Sant´Antonius-Feuer teilnehmen lassen. 

Bei unserem Besuch stellten wir unsere Fragen an Mario Paffi von der Cooperativa Viseras, zuständig für die drei kleinen Museen des Dorfes sowie für die weiteren sozialen wie wirtschaftlichen Aktivitäten in Mamoiada.

Wie funktioniert es, Koordinator von gleich drei Museen zu sein?

Bei der minimalen Größe unserer Museen müssen wir uns immer etwas Neues einfallen lassen, um Besucher anzulocken. Die meisten zählt das Museo delle Maschere Mediterranee, also das Masken-Museum, das die Schäfer-Kulturen des Mittelmeerraumes einbezieht. Das Museo della Cultura e del Lavoro sowie unser noch winzigeres Museo Archeologico MaTer sind richtig mamoiadisch.

Mit welchen Aktivitäten konnten Sie sogar EU-Gelder von der Region erhalten?

Wir haben diverse Betriebe Mamoiadas mit ins Boot genommen, etwa Winzer, die selber abfüllen, was früher nicht üblich war, obwohl wir hier den einzig echten Cannonau, diesen herrlichen Rotwein, auf kleinen Parzellen produzieren. Wir sind insgesamt nur 2550 Einwohner und besitzen inzwischen 31 Weinkellereien, die sorgfältig unter önologischer Anweisung Wein produzieren und abfüllen.

Und die übrige Infrastruktur im Dorf?

Immer mehr B&B machen auf, relativ kleine Strukturen, ein Overtourism ist nicht zu befürchten… Auch an Kneipen haben wir keinen Mangel, allein im Ort selber sind es 17 Lokale! Und immer mehr junge Leute sorgen für ein modernes Facelifting, was sogar bei unseren alten Herrschaften gut ankommt.

Mamoiada ist ja der Geburtsort der Mamuthones und Issohadores, ist das auch ein Zugpferd?

Klar, die schrecklich aussehenden Mamuthones mit ihren langen Fellen, riesigen Glockengehängen und schwarzen Masken sind wie die sie antreibenden Issohadores die Symbolfiguren des Karnevals, der bei uns am Sant´Antonius-Tag, dem 17. Januar, eingeläutet wird. Mit mindestens 40 Riesenfeuern im ganzen Dorf.  Am nächsten Tag ziehen die beiden Symbolgestalten durch den Ort und tanzen um die Feuer. Da kommen Neugierige von weither und auch die Bewohner Mamoiadas lassen sich das nicht entgehen.

Reicht das für neue, vor allem nachhaltige Impulse?

Durch die Masken der Mamuthones ist ein reges Kunsthandwerk entstanden, die Masken sind sehr begehrt, auch als Mitbringsel. Vor allem: Alle im Dorf haben erkannt, dass sie voneinander profitieren, wenn sie zusammenhalten. Sie sehen ja, wie viele junge Leute mitmachen und hier wohnen geblieben sind, weil sie eine Perspektive für ihre Zukunft sehen.

Das Antonius-Feuer im Inselinneren

Beim Schlendern Mitte Januar durch Mamoiada fallen riesengroße Haufen von Eichen-Wurzelstöcken auf, auf den Plätzen, vor den Kirchen, in privaten Innenhöfen. Für die traditionellen Masken, rätseln wir? Nein, für die großen Feuer zu Ehren des Ortsheiligen Sant´Antonio am 17. Januar, die schon am Tag zuvor nach einer ernsten Prozession durch den Priester geweiht werden. Allein 40 Feuer – keines der Nachbardörfer in der Barbagia kann da mithalten – brennen 48 Stunden lang. Sie werden nicht nur bewacht, sondern sind Treffpunkt der Viertelbewohner, von Freunden und von Besuchern, die eingeladen werden. Zum Trinken des köstlichen Cannonau, zum Probieren des lockenden Karnevalsgebäcks, und natürlich zum Diskutieren – Hauptsache, es wird fröhlich.

Am 17. Januar brennen die Feuer ja noch immer, und ab dem Nachmittag tanzen die maskierten Mamuthones und Issohadores um sie herum, ein rhythmischer Tanz zu lauten Instrumenten. Immer wieder springen die Mamuthones und stampfen auf den Boden, der damit rituell zum Leben erwachen und für die neue Aussaat bereit sein soll.

Mehr über Mamoiada und über die ganze wunderschöne Insel mit ihren engagierten Bewohnern ist bald zu lesen in unserem gemeinsamen Buch „Glücksmomente Sardinien“, das im Münchner Verlag Bruckmann erscheinen wird.

Mario Paffi

Vorbereitung auf den Umzug zum Antonius-Feuer in Mamoiada

 

Mamoiada, Karnevalsgebäck (1)Feines Mandelgebäck und beste Cannonau-Weine von lokalen Winzern

 

 

Auch große Tradition in Mamoiada: Pecorino-Produktion und Spitzenarbeiten; unten: das berühmte Antonius-Feuer

 

 

 

 

 

 

 

Stolze Stadt auf eigenem Plateau

Der Corso Gariabaldi, spätestens abends als Fußgängerzone für Fahrzeuge tabu, ist wie die Via La Marmora genau richtig, um an einem der zahlreichen Cafès bei einem Aperitif oder caffè zu sitzen und die flanierenden Nuoresi zu beobachten. Vielleicht nach einem intensiven Besichtigungsprogramm, denn Nuoro im Herzen des Herzens der Insel prahlt nicht nur mit einer schönen Lage auf eigenem Plateau zu Füßen des >Hausberges< Ortobene, es besitzt außerdem ein paar wirklich sehenswerte Museen. Und neuerdings ein fantastisches Kulturzentrum, das auch für Sonderausstellungen Platz bietet, das Spazio Ilisso des gleichnamigen Verlages. Bald sollen Skulpturen einheimischer Künstler die beiden Gärten vor und hinter dem großbürgerlichen Haus eines früheren Bürgermeisters mitten in der Altstadt, der Casa Papandrea, installiert werden.

Fußläufig in wenigen Minuten durch die schön restaurierten Altstadtgassen erreichbar, wurde im früheren Elternhaus der Grazia Deledda das Museo Deleddiano eingerichtet. Der berühmtesten sardischen Dichterin und Literaturnobelpreisträgerin gewidmet, zeigt es Dokumente und Erinnerungsstücke, die dem Besucher Grazia Deledda näher bringen sollen und es tun. Allein die Vorratskammer, in der sich Grazia so gerne versteckte, weil es da so schön nach Gewürzen duftete und es noch tut! Gleichzeitig gibt ihr Elternhaus einen guten Einblick in Wohnsitz und Lebenswelt einer wohlhabenden sardischen Familie.

Auf dem kleinen Sant´Onofrio-Hügel liegt Museo Etnografico Sardo. Um zwei Innenhöfe gruppieren sich rekonstruierte Häuser aus verschiedenen Regionen der Insel, in denen Ausstellungsräume untergebracht sind. Zu den Kostbarkeiten dieses Volkskundemuseums gehören die Trachten mit ihren reichen Stickerein. Dazu gehören natürlich die Karnevalskostüme wie die Merdules aus zotteligem Schaffell  oder die geradezu furchterregenden Mamuthones mit ihren schweren großen Glocken. Die Handwerksabteilung präsentiert u.a. einen typischen Webstuhl, traditionelle Musikinstrumente und reich geschnitzte Holztruhen. Bis heute  bewahren sardische Familien Aussteuer und Trachten in solchen Möbeln. Waffen, Amulette, Messing- und Silberknöpfe runden die umfangreichen Sammlungen ab, und natürlich Schmuck.

Sieben Kilometer sanfte Kurven sind es bis zum Gipfel des 955 Meter hohen Monte Ortobene. Unterwegs queren die Straße immer wieder dünne Wasserläufe, die dem dichten Macchiawald, durchsetzt mit Steineichen, geduckten Zypressen und Pinien entspringen. Am Wochenende ist die Strecke mit Fahrzeugen zugeparkt, Ausflügler mit vollen Picknickkörben erobern die Abhänge, am liebsten nahe den beiden Quellen, die dort entspringen. Cuccuru Nieddu nennen die Nuoreser ihren Hausberg, von seinem Gipfel genießen sie den schönsten Blick über ihre Stadt und weit hinaus. Auf der Aussichtsplattform erhebt sich seit 1901 die sieben Meter hohe Bronzestatue des Redentore, des Erlösers, zu dessen Ehren Ende August das wichtigsten Fest Nuoros begangen wird – die Sagra del Redentore.

www.provincia.nuoro.gov.it; für alle Museen Nuoros s. www.isresardegnaa.it/musei

Im Museo der Nobelpreisträgerin Grazia Deledda in Nuoro

 

Im August erscheint nach oder trotz coronabedingter Pause im Bruckmann-Verlag unser gemeinsamer Band „Glücksmomente Sardinien“. Auch ein Glücksmoment für uns persönlich!

Am Gardasee zu Hause

Nichts gegen München, doch wir wohnen am liebsten in unserem Dorfhaus über dem Gardasee, wollten den Übergang von 2017 zu 2018 dort ganz in Ruhe mit unseren italienischen Freunden genießen. Doch da kam ein lieber Kollege in Not und bat dringend um Hilfe – ausgerechnet für die Abfassung des ADAC-Reiseführers Gardasee, Süd- und Westseite, sozusagen vor unserer Haustür. Klar, dass wir uns nicht allzu lange zieren konnten. Und nun ist der Band erschienen. Nummer 6 in unserer Gardasee-Sammlung. Und ging bald darauf, erweitert durch den gelben, mit Essays erweiterten Band, in die nächste Auflage.

Seit Mitte Juni sind wir wieder in unserem geliebten Dorf in 450 m Höhe, in Musaga, und genießen es jeden Tag. Begrüßt von neu geschlüpften Gartenrotschwänzchen, Spatzen und Schwalben, auch der manchmal schon lästig laute Zikadengesang hat eingesetzt. Bei Vollmond spiegelt sich der große gelbe Ball im glatten See und beleuchtet ihn weiträumig, ringsum glitzern die Lichter der Seedörfer, zum Greifen nahe.

Wegen Corona passen die Leute hier an unserem brescianischen Ufer sehr genau auf, keiner darf ein Lokal, auch die nächste Bar, nicht betreten, bevor an seiner Stirn Fieber gemessen wurde, er die Nasen-Mund-Maske aufgesetzt und sich seine Hände am bereit gestellten Spender desinfiziert hat. Steht der Gast auf, wird der Platz sorgfältig vom Personal viren- und keimfrei gemacht. Besser geht es wirklich nicht!

 

Olivenernte in unserem Dorf und die Sternsinger

 

Der winzige Hafen von Gargnano

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Ganz oben links blitzen die Häuser von Musaga durch; dort oben wohnen wir.

Gargnano, Seepromenade, Hafen, oben links Musaga

 

Primo Ballerino aus Gargnano im Park der Villa Bettoni, ein großartiges Erlebnis

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Gottfried Aigners Spezialität: Familienreiseführer

Alle seine Familienreiseführer erscheinen im Verlag Companions, zu finden unter http://www.companions.de

 

Am 24. April 2018  erschien sein 16. Familienreiseführer:

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München und Umland

München ist ein Abenteuer. Das beginnt schon mit seiner Gründung durch Heinrich den Löwen (1156). Weil er Barbarossa bei seinen Kriegszügen half, wurde er Herzog von Bayern. An der Isar fand er nur eine Mönchsklause vor, den Ausbau zur Stadt finanzierte er mit einer Zollbrücke über den Fluss, nachdem er die einträgliche Mautüberquerung des Bischofs von Freising vorher niedergebrannt hatte. Dreimal ist seine Statue auf einem Stadtbummel zu finden, das Original im Stadtmuseum neben dem einzigen Körperrest des Haudegen, einem Schlüsselbein.

Tierisch wird es im Jagdmuseum, vor dessen Eingang der Rüssel einer Wildsau und die Schnauze eines Wels blank gerieben wurden – das soll Glück bringen. Weniger Glück hatte gleich gegenüber der in Stein gemeisselte Goldschmied. Er wurde verdächtigt, das Geschmeide eines Kunden geklaut zu haben und zum Tode verurteilt. Zu spät fand man den Schmuck im Nest einer (diebischen) Elster. An der Rathausecke gegenüber dem Donisl erinnert ein steinerner Drache an die Pestepidemie im 15. Jh., Lindwurm und damit die Pest wurden mit einer Kanonenkugel neutralisiert. Ein paar Schritte weiter, in der Liebfrauenkirche, kann man seinen Fuß auf den Teufelstritt stellen, hier stampfte der Satan wutentbrannt auf den Boden, weil ihn der Bauherr listig reingelegt hatte.

Abenteuer bieten auch für Kinder Münchens Museen. Im Ägyptischen Kunsthaus dürfen sie mit dem archäologischen Rucksack den Spuren der Pharaonen und Götter folgen, in der Alten Pinakothek raten sie sich durch einen Berg aus Hirsebrei ins mit Würsten, Pfannkuchen und Gänsebraten ausgestattete Schlaraffenland. Spannend wird es auch bei der Tour über den Dächern der Isar-Metropole, ein Höhepunkt folgt dem anderen bis in Wolkennähe auf dem Olympiaturm oder über eine Wendeltreppe in den Kopf der bronzenen Lady, der Bavaria. Frische Luft und ein erfrischendes Bad bieten der Englische Garten oder die Ufer der Isar, wo sich Jogger, Radler und Nackerte in der Sonne vergnügen.

Am Rande der Stadt können Familien einen ganzen Tag in Tierparks verbringen. Im Zoo Hellabrunn tummeln sich Seelöwen, Eisbären und Pinguine, im Walderlebniszentrum Grünwald stürzen sich Wildschweine bei der Fütterung auf Salate und Gemüse, im Wildpark Poing stehen die Besucher mitten in einer Herde aus Rehwild, Rothirsch, Damwild und Mufflons, die sich sogar interviewen lassen (s. Bild), was im Gehege der Braunbärin Mia mit ihren drei Töchtern weniger ratsam ist. Exotisch wird es bei der Wanderung ins Mangfalltal, der Quelle des hervorragenden Münchner Trinkwassers: über dem Tal weiden Dromedare, Trampeltiere, Lamas und warten auf einen Ausritt. Die Wandertour führt mitten im Wald vorbei am Skulptur- und Kunstpark, in dem die Weißwurst mit einem meterlangen, marmornen >Kunstwerk< vertreten ist (s. Bild).

Zu München gehört auch die Badewanne der Stadt, der Starnberger See. Wer ihn stressfrei genießen will, fährt mit der S-Bahn nach Starnberg und bucht eine Schiffsrundfahrt auf den Spuren der Kaiserin Elisabeth von Österreich-Ungarn, vielen eher bekannt als Sisi, passiert das Geburtshaus vom Taugenichts Larifari und prüft, welcher der vielen Badestrände einen extra Ausflug verdient.

Tour Mangfalltal (21)

Marmorne Weißwurst im Mangfalltal